Glockenturm, Stadt Spišská Belá, Spišská Belá

Als Bautyp verbreitete sich der freistehende Glockenturm in der Ostslowakei und der Zips mit der Reformation. Luthers Lehre gewann während der Hochrenaissance, der klassischen Phase in Italien, in einer noch stark von der Spätgotik geprägten Umgebung an Boden. Der Renaissancestil wurde so zu einem Ausdruck der Reformation. Der Glockenturm ist ein profaner Bau westlich der Kirche, außerhalb ihrer Umfriedung: ein blockhafter Bau mit quadratischem Grundriss und nach allen Himmelsrichtungen gerichteten zwei- oder dreiteiligen Schallöffnungen im oberen Bereich. Ulrich Materer errichtete den Turm in Spišská Belá 1598. Die für die Renaissance typische Sgraffito-Verzierung fehlt. Den Abschluss bildet eine Attika mit kleinen Giebeln, typisch für die ostslowakische Renaissance. Gegenüberliegende Seiten haben die gleiche wechselnde Form; profilierte Kanten, Bögen, Palmetten und Voluten bilden den Schmuck. Der Eingang liegt im Westen auf der Achse der mittleren dreiteiligen Schallöffnung.

Weitere Panoramen in der Nähe